Der antisemitische Doppelmord an Shlomo Lewin und Frida Poeschke

Am 11. Dezember 2019 durften wir im Stadtarchiv Erlangen den renommierten Journalisten Ulrich Chaussy begrüßen. Anlass hierfür war die 39. Jährung des ersten antisemitisch motivierten Doppelmordes nach 1945, welchem Shlomo Lewin und Frieda Poeschke zum Opfer fielen.

Herr Chaussy gab uns hierfür Einblicke in seine umfassenden Recherchen. Dabei beschränkten sich diese nicht nur auf die Frage der Entstehung rechter Gewalt, sondern umfassten auch den damaligen medialen Umgang mit den Gräueltaten und die nur schleppenden Ermittlungsarbeiten der involvierten Behörden.

Ein besonderes Augenmerk legte Chaussy auf die Involvierung der Wehrsportgruppe Hoffmann in die Geschehnisse. Es ist noch immer schockierend, dass hier rechtsextreme Ansichten unter dem Deckmantel der Jugendarbeit Verbreitung fanden. Zum Ende des Vortrages verwies Ulrich Chaussy auf erschreckende Parallelen im aktuellen Tagesgeschehen und machte auf die Gefahr von Hass in der Gesellschaft aufmerksam.

Wir bedanken uns für einen hochinteressanten Abend, welcher vor allem die jungen Generationen im vollen Saal packte. Diese hörten teils erstmalig von den Geschehnissen, welche damals in unmittelbarer Umgebung stattfanden und heute mehr denn je zum Nachdenken anregen sollten.

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